Fall des Monats


AGG 2018

Eine Autohof-Betriebsgesellschaft aus Niedersachsen sucht aktuell im Internet in verschiedenen Stellenbörsen wie auch auf der eigenen Internetseite viel Personal, unter anderem auch Köche für 3 Autobahnrasthöfe.

Ein von uns betreuter Bewerber, Koch mit Ausbilderscheinen, 58 Jahre jung, gebürtiger Tunesier, lange Jahre selbständig tätig, mit einer Behinderung von 40 %, bewarb sich an einem Freitag per Mail mit allen bewerbungstypischen Unterlagen in der Firmenzentrale bei der zuständigen Personalreferentin,  bereits am folgenden Montag vormittag erhielt er von ihr die Absage mit der Begründung, dass keine Stellen angeboten werden könnten.

Ein Test per Telefon ergab, dass alle drei Betriebsleiter der Autohöfe immer noch Köche suchten, 
eine schriftliche Testbewerbung eines deutschen Kochs wurde sofort positiv beschieden, dieser Bewerber wurde dazu aufgefordert sich kurzfristig vorzustellen.

Diskriminierung wegen des Alters und der Herkunft !
_______________________________________________________________________________

Ein Arbeitgeber aus Dortmund suchte per Zeitungsinserat einen Koch 20 - 45 Jahre alt.

Auf telefonische Bewerbungen antwortete er, dass er grundsätzlich nur bis zu dieser Altersgrenze einstellen würde, mit älteren Arbeitnehmern hätte er nur schlechte Erfahrungen gemacht !


Diskriminierung wegen des Alters !

_______________________________________________________________________________

Ein Hotel aus Österreich suchte einen Koch.

Die Bewerbung des von uns vertretenen Kochs wurde mit der Begründung abgelehnt, dass man nur EU Bürger beschäftigen würde.

Diskriminierung wegen der Herkunft !


AGG - Unrecht 2017 Fall der Woche


AGG - Unrecht 10 / 17

Der Fall der Woche kommt aus dem Bezirk Dortmund.
Eine Spedition suchte per Zeitungsanzeige einen Fahrer bis 3,5 T. zwischen 22 - und 45 Jahren zur Begleitung von Schwertransportfahrzeugen, insbesondere für Nachtfahrten.

Ein älterer Bewerber mit FS Kl. 3  bewarb sich, wurde prompt abgelehnt.
Er reichte Klage nach dem AGG ein.

Im Internet fand er Tarife zur Entlohnung, er setzte danach seine Forderung auf 2500 im Monat fest und forderte 3 Monatsgehälter.

Der AG schaltete einen jungen dynamischen Anwalt ein, der auch einen Schriftsatz bei Gericht einreichte und damit Klageabweisung beantragte.
Die Bewerbung sein nicht ernst gemeint gewesen,
die Bewerbung sei nicht auf dem Postwege eingegangen, 
per e-mail nur unvollständig, 
ausserdem hätte der Bewerber keine Erfahrung als Fahrer und keine Nachterfahrung nachgewiesen
aussderdem brauchte man in der Firma 3 Jahre, um aus einem unkundigen Neuling einen richtigen autarken Fahrer zu machen
Wenn man das hier machen würde wäre der Bewerber im Rentenalter
damit gar nicht einsetzbar

Der Kläger erwiderte, dass er fahren könnte, dass der Arbeitgeber in der Anzeige nichts anderes gefordert hätte, insbesondere keine "Scheine", keine Fahrermodule nach dem Berufskraftfahrerqualifizierungsgesetz.

Der Richter schlug in der Güteverhandlung nach Erörterung der Sach - und Rechtslage 1,5 Monatsgehälter, zu zahlen an den Kläger, vor.

Der Junganwalt schnaubte vor Wut.

Offenbar hatte er seinen Mandanten vorher gar nicht über den Schriftsatz des Klägers informiert.







AGG - Unrecht  1 / 16 

Der Fall der Woche kommt aus dem schönen Münsterland.

Dort suchte der Kreis Steinfurt per Stellenausschreibung einen Hausmeister für die Grundschule in Mettingen.

Die Ausschreibung endete am 4.12.2016.

Ein Mitglied unseres Vereins, gelernter Schlosser, ehemaliger DB - Beamter,  bekam die Information erst an diesem Tag und bewarb sich spontan fristgerecht per Mail am 4.12.2016.

Dies insbesondere deshalb, weil er nur 10 km von Mettingen entfernt wohnt.

In der Mail an den Sachbearbeiter Herrn V. erwähnte er auch die vorliegende Schwerbehinderung.

Am 20.12.2016 erhielt er die Absage, ohne vorher gemäss § 15 AGG eingeladen worden zu sein.

Er beschwerte sich anschliessend schriftlich bei dem Sachbearbeiter und fragte nach den Gründen für die Nichteinladung.

Der Sachbearbeiter rief ihn an und erklärte sich dazu sinngemäss so:

Antwort:

Bei Durchsicht der Zeugnisse hätte man festgestellt, dass er das Anforderungsprofil nicht erfüllen würde.

Der Witz an der Sache:
:
Es lagen niemals Zeugnisse bei dem Sachbearbeiter vor.

_______________________________________


AGG - Unrecht 2 / 17 

Die Stadt Ennigerloh suchte einen Hausmeister.
Gefordert wurde laut Anforderungsprofil eine technische Handwerkerausbildung.
Ein technisch hoch qualifiziertes Vereinsmitglied bewarb sich, wurde auch zu einem Vorstellungstermin eingeladen.

Nach drei Wochen kam die Absage mit der Begründung, dass man sich für einen noch besser qualifizierten Bewerber entschieden hätte

Nun war die Stelle, der Arbeitsort ja bekannt, unser Mitglied rief kurzentschlossen dort an und liess sich von dem neu eingestellten Mitarbeiter alles berichten.

Dabei kam heraus, dass dieser 25 Jahre jünger war und eine absolut unpassende Berufsausbildung, nämlich die eines Lageristen hatte.
Der abgelehnte Bewerber fragte deshalb bei der Stadt nach und fragte nach den genauen Einzelheiten, nach der Person, der Ausbildung und dem Gehalt des neu eingestellten Hausmeisters.

Die Antwort der Stadt steht noch aus.

Der Witz an der Sache:

Jetzt hat der Vereinsanwalt eine Klage über 37500 EURO am zuständigen Arbeitsgericht eingereicht.
Die Summe setzt sich zusammen aus 3 Monatsgehältern für die Entschädigung wegen der Diskriminierung und 12 Monatsgehältern Schadenersatz.

_______________________________________


AGG - Unrecht 3 / 17

Die Stadt Wolfratshausen suchte per Stellenausschreibung einen technischen Mitarbeiter für die Betreuung der Technik im Rathaus.

Es bewarben sich 2 Bewerber:

Bewerber 1 war 63 Jahre jung. 
Bewerber 2 war 51 Jahre jung 

Bewerber 1 erhielt gar keine Antwort auf seine eingereichte Bewerbung.
Auch 2 im 4 Wochen Abstand verschickte Nachfragen blieben unbeantwortet.

Bewerber 2 wurde zum Vorstellungstermin eingeladen, sagte den krankheitsbedingt ab, bat um einen Ersatztermin, der auch bewilligt wurde.
Da die Erkrankung länger andauerte verpasste er auch diesen Ersatztermin.

Auf  schriftliche Nachfrage wurde ihm dann per Mail mitgeteilt, daß man sich für einen Bewerber entschieden hätte, dass die Stelle besetzt sei.

Die letzten  Nachfragen von beiden Bewerbern erfolgten an einem Tag ! 

Der  Witz an der Sache :

Am Folgetag, dem 26.01.2017 wurde die Stelle von der Stadtverwaltung Wolfratshausen neu in das Stellenportal Interamt.de eingestellt.
Eine Nachfrage bei der Redaktion von Interamt hat das bestätigt.
Diesmal geht die Ausschreibungsfrist bis zum 19.02.2017.
Die Stelle soll zum 1.07.2017 besetzt werden.

Ob der Bürgermeister Herr Klaus Heiliglechner wohl darüber informiert ist, was seine Mitarbeiter da alles anstellen ?

_______________________________________

_______________________________________

_______________________________________

_______________________________________

_______________________________________

_______________________________________

_______________________________________

_______________________________________

_______________________________________

_______________________________________

_______________________________________

_______________________________________

_______________________________________

_______________________________________

_______________________________________

_______________________________________






Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen